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Mittwoch, 29. Februar 2012

Gespräch mit dem Tod I

Farmer
aus den  wirren Vorstellungen 
eines Jungen Schriftstellers

Das Leben ist vorbei und zieht
ganz schnell an mir vorüber,
War zwar nicht schön,
das hier zu sehn,
doch ich will nicht hinüber.


Mir grausts davor allein zu sein,
was tät ich in ewgen Zeiten?

Hätt ichs gestern nur fern geahnt,
dann könnt mich wer geleiten.


Der Pfarrer, Priester, wie auch immer...
Die Frau, das Kind, die seh ich nimmer?
Steh ganz allein in Dunkelheit,
zu sehen, keiner weit und breit.


Doch fröstelts mich am ganzen Körper,
so kalt empfand ichs nie zuvor,
ich seh noch nichts, doch weiß ich schon,
mein Ende steht bevor.


Dunkles Leuchten scheint auf vor mir,
legst tröstend einen Arm um mich,
nahmst mir die Angst und Traurigkeit,
was fast schon einem Wunder glich!


So Meister Licht, jetzt bitt ich drum,
verwehr mir meinen Wunsch ja nicht,
den letzten Willen sprech ich aus,
zeig mir dein finstres Gesicht.


Zwar ist dies nicht mehr meine Pflicht,
geschätzt kannst du dich fühlen,
nun blick schon her, du Bauerssohn,
das sei deiner Bitte Lohn!

Beschrieben wird das Ende stets ganz anders,
als Totenkopf und als Skelett,
doch was ich seh verwirrt mich mehr,
von Fuß bis Hut, du wirkst ja nett...


Ich schätz dein ehrliches Verwundern,
der Hut ist neu, mein Umhang glatt,
wenn mich der Schein nicht trügt,
dann schweif einmal wieder ich ab.


Zu Eitel ist der Toten Tod,
doch bringts mich nicht ins Grab,
wenns auch ist eine der Hauptsünden,
meine Liebste in der Tat!


Weg von mir, ich red zuviel,
die Arbeit steht noch an,
nun Farmer, frag mich, was du willst,
die Zeit bleibt dir nicht lang.


Gevatter Tod,
sag mir zuletzt,
mich wunderts schon,
wie hab ich mich verletzt?


Kann mich gerade noch entsinnen,
ein Dieb wollt mit dem Mehl entrinnen,
da bin ich nach, dann fall ich tief
und sah das Leben, wies an mir vorüber lief.


Der Dieb war nur der Müllerssohn,
der nicht verpassen wollte seinen Lohn,
drum eilte er ohne Bedenken
und konnte euch ins Verderben lenken.


Ihr lieft ihm nach, dem fast noch Kind
jedoch war er euch zu geschwind,
sodass ihr mitten im Gerstfeld,
euch an einem Stein den Fuß zerschellt.


Der Rest war nicht schön anzusehn,
ohne Fuß könnt ihr kaum gehn,
deswegen  der Sturz in den Bach,
und sei er auch noch so flach.


Solang der Farmer ist von Sinnen,
fällt ihm sehr schwer das bisschen Schwimmen,
Das Wasser dringt schnell in den Mund
und schon liegt er am Bachesgrund.


Nun bleibt mir nichts als der Gedanke,
dass Fische meinen Körper sehn,
kannst du mich denn noch trocken legen,
bevor wir auf die Reise gehn?


Die Hülle bleibt kommt nicht mehr zurück,
wird von dem Sohn errettet,
und nach dem Trauerzug durchs Dorf,
wirst du zur Ruh gebettet.


Beruhigt bin ich,
gesiegt hat die Vernunft,
mein Daseins strich vorüber,
nun sag mir Geist nun bitterlich,
was bringt die Zukunft?


Dein Jenseits gleicht dem Leben sehr,
nur wartet keine Arbeit mehr.
Dein Feld bestellt sich von allein,
glückselig sollst du fortan sein.

-Stefan Gamperl

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